Perspektivwechsel


Wenn der Designer selbst zum Kurator wird, kommt Bewegung ins Spiel. Unser Spielfeld ist die Villa Leonhardi. Wir dürfen ein Veranstaltungs- und Kulturprogramm entwickeln, welches das breitgefächerte Angebot des Palmengartens ergänzt und neue Zielgruppen anspricht.


BlümchenSex,
eine interdisziplinäre Ausstellung


Wo es um Blumen geht, geht es immer auch um Sinnlichkeit. Viele Bordelle haben eine Rose im Logo, jeder zweite Wellness-Spa eine Orchidee auf der Titelseite der Preisliste. Blumen haben eine hohe symbolische Bedeutung im Kontext zwischenmenschlicher Beziehungen. Zugleich betören sie durch ihren Duft und bezaubern mit Anmut und Schönheit. Blumen selbst haben Sex-Appeal.

vl_bluemchensex_plakat

BlümchenSex ist die Auftaktausstellung in der neuen Villa Leonhardi im Palmengarten, ein Ort für alles und Alle. Die Auswahl der Künstler*innen erfolgt ausschließlich über das Internet, ebenfalls ein Ort für alles und Alle. Über Instagram, Tumblr, Pinterest und Co. nehmen wir Kontakt zu 14 international agierenden Künstler*innen auf.
Eine weitere Besonderheit der Ausstellung: zu diesem Zeitpunkt sind die Kellerräume der Villa noch ungenutzt und können als erweiterte Ausstellungsfläche bespielt werden. Die Räumlichkeiten ergänzen eine Extraportion Skurrilität zu den Arbeiten.

Maisie Cousins ist eine junge Fotografin aus London. Ihre Arbeiten sind hedonistisch und performativ. Sie betrachtet die Weiblichkeit sehr offen und positiv. Und sie bricht mit den gewohnten Sichtweisen. Wenn eine Frau schön wie eine Blume ist, soll sie auch genauso dargestellt werden: draußen, im Garten, in einem Beet. Bei Regen. Mit Gras und mit einer Schnecke, weil die eben auch dort lebt.

Blumen duften, Menschen auch. Das Londoner Fooddesigner-Team Bompas & Parr beschäftigt sich mit aromabasiertem Erlebnisdesign. Da Körpergeruch einiges über eine Person aussagt, soll bei ihrem Projekt „Romancing the Armpit“ der Geruchssinn der Betrachter*innen direkt angesprochen werden. Sie behaupten, Attraktivität sei reine Geruchssache und mieten einen Londoner Club. Die Gäste bekommen am Eingang eine Papiertüte aufgesetzt, um ihre Gesichter zu verbergen. Lediglich die Nase liegt frei und dann geht es ans Kennenlernen. Die interaktive Arbeit ist ein Appell gegen die aseptische und geruchsneutrale Online-Dating-Welt.

Foto Plakat: Getty Images International
Auftraggeber: Stiftung Palmengarten und Botanischer Garten Frankfurt am Main

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Ein Auszug aus dem Ausstellungskatalog


Die Farbe des Windes

Die Ausstellung ist die erste in einer neuen Serie für die Villa Leonhardi im Palmengarten, die eher unbekannten Frankfurter Künstlern*innen die
Möglichkeit bietet, ihre Arbeiten der Öffentlichkeit zu präsentieren. Den Auftakt macht die Künstlerin Johanna Maria Fischer. Ihre Malereien zeigen in Licht und Bewegung getauchte Botanik. Es entstehen traumhafte Momentaufnahmen fokussierter Natur.